Villa Zentenhof

Die Villa Zehntenhof steht unter Denkmal- und Heimatschutz.

Dr. Borer Consulting empfängt Sie gerne in den geschichtsträchtigen Räumlichkeiten der Villa Zehntenhof. Die Villa Zehntenhof steht unter Denkmal- und Heimatschutz. Sie wurde vom Architekten Müller, Schüler des berühmten Semper, der namentlich die ETH und die Semper Oper in Berlin entworfen hat, entworfen. Unter anderem wurden einige Fenster vom Architekten und Glasmaler Johannes Albert Lüthi gefertigt, der ebenfalls die Glaskuppel des Bundeshaus verziert hat. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Informationen zum Zehntehof:

1840

Der aus bäuerlichen Kreisen stammende Färber Daniel Friedrich Weidmann übernimmt mietweise den Färbereibetrieb von Jakob Hoz.

1843

Weidmann erwirbt die Hoz’sche Färberei.

1857

Der älteste Sohn, August Weidmann, beginnt eine dreijährige Lehre im väterlichen Betrieb und begibt sich dann auf Wanderschaft.

1861

August Weidmann kehrt nach Thalwil zurück. Er betätigt sich in den folgenden Jahren als Geschäftsführer.

1867

Nach dem Konkurs von Daniel Friedrich Weidmann übernimmt dessen Sohn zusammen mit seinem Jugendfreund Jakob Julius Schwarzenbach, Sohn des Seidenfabrikanten Johannes Schwarzenbach-Landis, den Färbereibetrieb unter dem Namen «Schwarzenbach & Weidmann» und baut ihn kontinuierlich aus.

1895

Bau des Landhauses «Zehntenhof». Die Architekten Ludwig & Ritter errichten das Wohnhaus nach den Plänen von Albert Müller, dem Direktor und Lehrer des Gewerbemuseums und der kunstgewerblichen Fachschule in Zürich. Er war ein Schüler und Mitarbeiter von Gottlieb Semper. Die Flachschnitzereien an den Holzdecken stammen von Prof. Joseph Regl. Im selben Jahr tritt Schwarzenbach aus der Firma aus und Weidmann wird

1928

August Weidmann stirbt; das Landhaus bleibt bis zur Jahrtausendwende im Besitz der Färberei.

1950er

Innenrenovation

1988–1989

Fassaden- und Dachrenovation

Kauf durch Dr. Thomas Borer

Kauf durch Dr. Thomas Borer

2006–2007

Umfassende Innenrenovation und -umbauten

Johann Alber Lüthi, Arichtekt und Glasmaler

Ausbildung und Tätigkeit

Geboren wurde er in Hottingen, seit 1893 eingemeindeter Quartierteil der Stadt Zürich. Sein Bürger-/Heimatort war Flawil (SG) im Kanton St. Gallen. Von 1876 bis 1880 besuchte er das Polytechnikum in Zürich, die heutige ETH Zürich. In seinen beiden letzten Lebensjahren stand Lüthi ab 1901 der Kunstgewerbeschule Zürich als Direktor vor.

Arbeiten

Johann Albert Lüthi fertigte Glasmalereien unter anderem für die Galerie Henneberg Zürich, für die Michaelskirche in Zug, für das Kunstgewerbemuseum Zürich und für die Christuskirche in Karlsruhe. Weiterhin schuf er Entwürfe für die Fenster der Lukaskirche Dresden und für drei Rundfenster der reformierten Kirche in Rorschach. Ein Farbfenster mit dem poetischen Titel Blüte der Arbeit im Gefolge des wahrhaften Friedens schuf Albert Lüthi als deutschen Beitrag zur Weltausstellung Paris 1900. Es fand später seinen Platz im sogenannten Kapellchen, der gewölbten Vorhalle des Ratskellers im neugotischen Bürgersaalbau des Frankfurter Römers. Für die Kapelle des Bürgerhospitals der Senckenbergischen Stiftung in Frankfurt am Main schuf er die farbigen Glasfenster.
Für das Parlamentsgebäude in Bern entwarf er 22 Wappenscheiben der Kantone der Schweiz. Um das Mosaik gruppieren sich radial die Wappen der damals 22 Kantone (die Halbkantone teilen sich jeweils ein Wappen). Diese Glasmalereien von Johann Albert Lüthi symbolisieren in Verbindung mit dem Mosaik einerseits die zentralisierende Funktion des Bundes, andererseits die gegenseitige Abhängigkeit von Bund und Kantonen.
Für die Deutsche Evangelische Kirche auf der Insel Capri, deren Architekt der Däne Aage von Kauffmann (1852–1922) war, fertigte Lüthi die drei Fenster im Altarraum. Sie sind eine Stiftung der Gräfin Harrach zu Rohrau und Thannhausen (1901) zum Gedenken an ihren dort früh verstorbenen Sohn Leopold.

Frankfurter Standort

Albert Lüthi heiratete Rose Miller (1863–1918). Seine Schwiegereltern waren Friedrich Miller (1832–1892), Gründer und Teilhaber eines Unternehmens des Spezialmaschinenbaues, und dessen Ehefrau Rosa Müller (* 1844). Kurz vor seinem Tod bezog Friedrich Miller im vornehmen, neuerschlossenen Wohngebiet von Frankfurt-Bockenheim eine Villa, in der auch Albert Lüthi sein Büro unterhielt.

  • Kuppel des Bundeshauses in Bern, Wappen der 22 Kantone von Albert Lüthi
  • Christuskirche in Karlsruhe mit Glasfenstern von Albert Lüthi
  • Evangelische Lukaskirche Dresden
  • Katholische Kirche St. Michael Zug
  • vormaliges Bürgerhospital Frankfurt, unmittelbar daneben die Krankenhauskapelle, vor Standortwechsel ins Nordend
  • Bürgersaalbau des Frankfurter Römers, links Eingang zum Ratskeller mit Kapellchen einschl. Glasfenster von Albert Lüthi

Literatur

  • Karl Moser: Albert Lüthi – Architekt, Maler, Glasmaler (1858–1903). Neujahrsblatt 1906 der Zürcher Kunstgesellschaft, Verlag Fäsi & Beer, 1905.
  • Heinrich Ludwig: Geschichte des Dorfes und der Stadt Bockenheim. Frankfurt am Main 1940, S. 302 f.
  • Franz Lerner (Hrsg.): Das tätige Frankfurt im Wirtschaftsleben dreier Jahrhunderte (1648–1955): Zugleich ein Handbuch der Altfrankfurter Firmen. Frankfurt am Main 1955, S. 217.
  • G. Gall, E. A. Haberstroh: 1863–1963. 100 Jahre Maschinenfabrik Moenus AG. Neustadt/Weinstraße 1963.