M&A Diplomatie

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M&A Diplomatie

22 September, 2021

“A merger is hard to pull off under any circumstances. It’s harder when everybody is against you.” – Carly Fiorina, former CEO of Hewlett Packard

M&A Diplomatie bedient sich diplomatischer Instrumente, um Fusionen und Übernahmen voranzutreiben. Getreu der historischen Definition bedeutet Diplomatie das Pflegen offizieller, bilateraler Beziehungen. Dr. Borer Consulting versteht Diplomatie als die Kunst, Entscheidungen und das Verhalten Dritter durch Dialog, Verhandlungsgeschick und andere sanfte Mittel zu beeinflussen.

Dr. Borer und sein Team nutzen Praktiken aus der Diplomatie und übertragen diese auf die Geschäftswelt.

Geopolitisches Umfeld und Auswirkungen auf M&A

Wachsende globale Spannungen und eine zunehmende Politisierung vieler sozialer Phänomene bedingen einen wachsenden Einfluss der Politik gegenüber der Wirtschaft. In zunehmendem Masse dringt die Politik mittels Regulierung, Lobbying und Einflussnahme in den gesellschaftlichen Diskurs und damit auch in die Geschäftswelt ein. Die Möglichkeit zur Einflussnahme auf politische Entscheide und das Verständnis für Mechanismen des politischen Geschäfts nehmen in der Folge an Bedeutung zu.

Es gilt sich vor Augen zu halten, dass jede Transaktion – insbesondere im Zuge von Fusionen und Übernahmen – innerhalb eines politischen Rahmens stattfindet. Innerhalb des durch den gesellschaftlichen Diskurs abgesteckten Ordnungsrahmens, ist es Wirtschaftsakteuren gestattet, Geschäfte zu tätigen. Dieser wird wiederum durch den Prozess der politischen Entscheidungsfindung festgelegt. Wie in einem solchen Umfeld zu erwarten, gewinnen Politiker und Bürokraten im Laufe der Zeit an Einfluss. Der Zuwachs an politischem Einfluss geschieht mittels fortwährend wachsender Regulierung. Diese hat negative Folgen für die Wirtschaft.

Es ist für Unternehmen elementar, dem wachsenden Einfluss von Bürokratie und deren Drang nach Regulierung entgegenzuwirken. Unternehmen sollen sich an der politischen Entscheidungsfindung beteiligen und unternehmens- und menschenfreundliche politische Ergebnisse mitgestalten.

Grenzüberschreitende Geschäfte

Je grösser die Vielfalt rechtlicher Rahmenbedingungen, desto höher die Kosten internationaler wirtschaftlicher Tätigkeit. Entsprechend gewinnen Kenntnisse über den rechtlichen und den politischen Kontext sowie fundiertes kulturelles Verständnis an Bedeutung. Es ist daher im Interesse der Wirtschaftsakteure mit einem verlässlichen Partner zusammenzuarbeiten, um die verschiedenen Kontexte zielstrebig zu navigieren.

Globale Herausforderungen für M&A

Die geopolitischen Spannungen äussern sich unter anderem in der Aushöhlung der wirtschaftlichen Freiheiten, wachsender Rechtsunsicherheit und den damit verbunden steigenden Kosten der Geschäftstätigkeit. Diese Faktoren führen zu mehr Unsicherheit in allen Bereichen wirtschaftlicher Tätigkeit, im Besonderen aber im Bereich von Fusionen und Übernahmen.

Es ist zu beobachten, dass die geopolitischen Spannungen zwischen den Grossmächten zunehmen. Prominentestes Beispiel dazu ist die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und China. Der «westliche Block» unterhält enge Beziehungen zwischen seinen Mitgliedern und versucht ein gemeinsames Regelwerk aufrecht zu erhalten. Um sich gemeinsam gegen den wachsenden Einfluss Chinas zu wappnen, bedienen sich die USA und die EU protektionistischer Mittel wie Handelsbarrieren, Embargos, Sanktionen oder Investitionsverboten. Gleichzeitig tritt China auf der globalen Bühne immer selbstbewusster auf. Diese Megatrends stellen eine Herausforderung für internationale Geschäftstätigkeit dar.

Auch in der Schweiz werden Unternehmen voraussichtlich erneut mit wachsenden bürokratischen Hindernissen konfrontiert, da die Verhandlungen mit der EU über ein institutionelles Rahmenabkommen abgebrochen wurden. Dieses Abkommen war mit Rechtsstaatlichkeit und einem Schiedsgerichtsmechanismus verbunden. Beide Werkzeuge stehen synonym Rechtssicherheit im Geschäftsleben. Die Entscheidung der Schweiz, die Verhandlungen zu beenden, wird zu einer Aushöhlung des bilateralen Rahmens führen und somit die Rechtsunsicherheit erwartungsgemäss erhöhen. Es ist daher für Wirtschaftsakteure von entscheidender Bedeutung, einen zuverlässigen Sparringpartner zu haben, welcher die politische Realität versteht und Einblicke hinter die Kulissen gewährt.

Wachsender regulatorischer Druck stellt eine der grössten Herausforderungen für M&A dar. Die Anzahl der von Regulatoren abgelehnten Gesuche von Fusions- und Übernahmetransaktionen erreichte einen neuen Höchststand.

Paradebeispiel ist die zum dritten Mal gescheiterte 30-Milliarden-Fusion zwischen der London Stock Exchange und der Deutschen Börse. Interessen aus Politik und Wirtschaft kollidierten und blockierten das Vorhaben. Die Schaffung einer europäischen Börse, welche mit ihren US- Konkurrenten mithalten könnte, wurde abgeschmettert. Getreu Margarethe Vestager, der EU-Wettbewerbskommissarin, hätte die Fusion zu einem de-facto-Monopol beim Clearing von Anleihen und festverzinslichen Produkten geführt.

Proaktives Kommunizieren mit allen Anspruchsgruppen verhindert derartige unerwünschte Ergebnisse im Zuge von M&A Verhandlungen. Unser Team hat im Zusammenhang derartiger Verfahren den Begriff der M&A Diplomatie erschaffen.

Die Kunst der M&A Diplomatie

Die M&A Diplomatie stellt ein wirksames Instrument zur Bewältigung von Unsicherheit dar. Beispielsweise kann sich der Wert eines Unternehmens vom Zeitpunkt, zu dem die Bedingungen eines Geschäfts festgelegt werden, bis zum Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses, erheblich verändern. Es besteht somit aufgrund hoher Unsicherheit das Risiko von Neuverhandlungen oder gar der Kündigung. Der Effekt der M&A Diplomatie ist dann besonders hoch, wenn die Volatilität ausgeprägt ist, wenn der Abschluss länger als geplant dauert oder wenn es sich um grosse Transaktionsvolumen handelt.

Das Know-how unseres Teams baut auf die Erfahrungen Dr. Borers aus dem diplomatischen Dienst und seiner Tätigkeit als ehemaliger Botschafter auf. Es ist unser Ziel, Wertmassstäbe der Diplomatie auf den Bereich von M&A zu übertragen. Unsere Arbeit steht synonym für den Aufbau von robusten Netzwerken, gegenseitigem Vertrauen und Stabilität.

Ein besonderer Schwerpunkt in der M&A Diplomatie liegt auf dem Aufbau eines Goodwill-Reservoirs. Unser Ziel ist es, alle beteiligten Akteure zu identifizieren, um Beziehungen und Risiken zu managen. Der Zugang zu erprobten Netzwerken gewinnt in Zeiten erhöhter Unsicherheit an Bedeutung. Während aller Phasen sind das Aufrechterhalten enger Beziehungen und die Berücksichtigung weicher Faktoren ebenso wichtig wie der Transaktionspreis.

Warum M&A Diplomatie?

Der wachsende Einfluss der Politik auf die Wirtschaft zwingt Wirtschaftsakteure in zunehmendem Masse in der politischen Sphäre aktiv zu werden. M&A Diplomatie macht die komplexe Aufgabe von Fusionen und Übernahmen einfacher und kalkulierbar. Es sind diese beiden Eigenschaften, welche im gegenwärtigen VUCA-Umfeld von entscheidender Bedeutung sind.

Wir sind Spezialisten für Kommunikation und Verhandlungsführung im Bereich der Beziehungsgestaltung sowie der Beilegung von Differenzen zwischen institutionellen Akteuren, Unternehmen und Einzelpersonen. Unser Team hilft Führungskräften aus Wirtschaft und Politik die Haltungen und Handlungen von Geschäftspartnern und Regierungsvertretern zu verstehen und zu prägen.

Wir Entwickeln Strategien und Taktiken, welche das Umfeld zu Gunsten unserer Klienten beeinflussen. Der Einsatz diplomatischer Praktiken ist der Schlüssel zu Erfolg im Bereich von M&A.

Markus Schilter, Analyst und Daniel Hunkeler, Strategic Advisor

Möchten Sie mehr über die Services von Dr. Borer Consulting in den Bereichen Private Equity und M&A erfahren, können Sie uns gerne unter hunkeler@tbf-consulting.com oder +41 43 499 73 83 erreichen.

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